Daniel Heuer Fernandes vom HSV im Interview: „Das gibt uns Mut“
Der Torwart über das 0:0 gegen Elversberg und den Aufstiegskampf
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Die Enttäuschung war groß. Der Hamburger SV kam am Freitagabend gegen die SV Elversberg nicht über ein 0:0 hinaus. Bereits am heutigen Samstag könnten die Norddeutschen die Tabellenführung verlieren, sofern der 1. FC Köln beim SC Paderborn gewinnt. Torwart Daniel Heuer Fernandes sprach unter anderem mit LIGA-ZWEI.DE über das Spiel und die Gesamtsituation.
Herr Fernandes, überwiegt momentan die Enttäuschung oder kann man diesen Punkt auch einfach mit einem guten Gefühl mitnehmen?
Wir haben heute alles versucht. Natürlich war es auch phasenweise ein Spiel, mit dem wir nicht so zufrieden sein können. Wir wollten eigentlich kontrollierter spielen, wollten mehr Kontrolle haben. Aber wir haben natürlich auch gegen einen guten Gegner gespielt, der eine gute Raumaufteilung und einen guten Spielaufbau hatte. Aber wichtig ist, dass wir weiter zu Hause ungeschlagen sind. Das gibt uns Mut.
Wie lässt sich das Spiel zusammenfassen?
Wir haben wenig zugelassen und wir hatten gute Chancen. Der Gegner hatte auch ein paar gute Chancen. Aber trotzdem denke ich, in der Summe hatten wir mehr Chancen. Und wir haben es versucht. Man kann uns nicht absprechen, dass wir auf die Tore gegangen sind. Wir wollten zwingend sein. Wir haben bis zur letzten Minute alles versucht, irgendwie das Tempo hochzuhalten und zwingend zu werden. Aber heute war alles dabei: Ein bisschen Pech, Latte, Pfosten und ein Torwart, der gut gehalten hat. Aber es geht weiter.
Apropos, der Torwart hat gut gehalten. Sie haben mit einem starken Reflex ein Eigentor verhindert, als ein Klärungsversuch von Verteidiger William Mikelbrencis gefährlich auf Ihr Tor kam. Wie haben Sie die Situation erlebt?
Ich habe schon gesehen, dass er klären will. Ich konnte ahnen, dass das kein klarer Klärungsversuch sein wird. Deswegen war ich da, wo ich sein muss. Ich habe uns dadurch natürlich dann irgendwie im Spiel gehalten. Aber trotzdem hatte Elversberg in der Summe nicht so viele Chancen. Ich glaube, wir waren zwingender. Wir haben es einfach nicht geschafft, dass der Ball im Tor landet. Aber wir haben alles versucht, das irgendwie zu erzwingen.
Würden Sie sagen, dass es am Ende ein gerechtes Unentschieden gewesen ist?
Ich glaube, wir hatten schon mehr vom Spiel. Aber trotzdem sind wir auch selbstkritisch genug, um zu wissen, dass wir über 90 Minuten trotzdem besser sein können, weil wir das schon oft gezeigt haben. Aber das soll nicht heißen, dass wir ein schlechtes Spiel gemacht haben. Wir hatten ein paar Ballverluste in manchen Phasen. Das wollen wir natürlich maximal minimieren. Aber trotzdem: Die Basis ist, dass wir zu Null spielen. Das haben wir geschafft. Leider haben wir heute vorne kein Tor gemacht.
Die Saison befindet sich in der entscheidenden Phase. Ihrer Mannschaft stehen bis zum Saisonende nur noch sieben Spieltage bevor. Wie fühlt sich diese Phase an?
Ich glaube, jeder sieht, dass wir in jedem Spiel auf Sieg gehen. Ich glaube, das hat man heute auch wieder gesehen. Wir haben bis zur letzten Minute alles versucht, um alles rauszuhauen. Das ist das Entscheidende. Wir hatten ein Heimspiel. Ich glaube, wir haben die Stimmung wieder mitgenommen. Die Stimmung war wieder sensationell. Das wird uns durch die nächsten Spiele tragen. Deshalb freuen wir uns auf die nächsten Spiele.
Also war das kein Rückschlag?
Nein.